Wer es könnte
die Welt
hochwerfen
daß der Wind
hindurchfährt.
von Hilde Domin







Barcelona,Spanien
Wer es könnte
die Welt
hochwerfen
daß der Wind
hindurchfährt.
von Hilde Domin







Barcelona,Spanien
Lass doch die Zukunft schlafen, wie sie es verdient.
Wenn man sie nämlich vorzeitig weckt,
bekommt man dann eine verschlafene Gegenwart.
Franz Kafka
(* 1883-07-03, † 1924-06-03)







Barcelona,Spanien
Ένας μαραθώνιος σε μαθαίνουν πως είναι η ζωή. Με τη δική του αρχή, μέση και τέλος. Σε προετοιμάζουν προτού ακόμα έρθεις σε αυτήν, σε προετοιμάζουν μόλις πατήσεις το πόδι σου και συνεχίζουν να, ακάθεκτοι, μέχρι να φύγεις. Χωρίς να σε αφήνουν να ζήσεις πολλές φορές, παρά μονάχα να τρέχεις, να προσπαθείς να τρέχεις χωρίς να σταματάς. Μονάχα να τρέχεις. Μονάχα να τρέχεις σου επιτρέπουν, και πολλές φορές με δικές τους υποδειξεις, δικές τους συμβουλές, δικές τους φιλοδοξίες και στόχους στον δικό σου γαμημένο μαραθώνιο.
Με το δικαίωμα που εσύ τους αφήνεις να έχουν.
Αν με ρωτήσεις.
<<Αγώνας ζωής
von Niki Pateraki
Bei einem Marathon lernt man, wie das Leben aussieht. Mit seinem eigenen Anfang, seiner Mitte und seinem Ende. Er bereitet dich vor, bevor du ihn erreichst, er bereitet dich vor, sobald du ihn betrittst, und er geht unaufhaltsam weiter, bis du ihn verlässt. Ohne dich oft leben zu lassen, sondern nur rennend, versuchend zu rennen, ohne anzuhalten. Nur rennen. Nur laufen, das erlauben sie dir, und oft mit ihren eigenen Hinweisen, ihren eigenen Ratschlägen, ihren eigenen Ambitionen und Zielen in deinem eigenen verdammten Marathon.
Mit dem Recht, das du ihnen zugestehst.
Wenn du mich fragst.
<<“Rennen des Lebens.







Barcelona,Spanien
Krieg
Krieg bedeutet Tod .
Krieg bedeutet Leid .
Wo ist die Diplomatie geblieben?
Wo ist die Gewaltlosigkeit geblieben?
Frieden auf Erden .
Ein Leben ohne das Böse .
Ein Leben voller Wachstum .
Und ohne Zerstörung .
Aber mit Liebe im Herzen.
von Jeannette Paterakis







Barcelona,Spanien
Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
von Hilde Domin







ad Cornelium
(1) Cui dono lepidum novum libellum
arida modo pumice expolitum?
(2) Corneli, tibi: namque tu solebas
meas esse aliquid putare nugas.
(3) Iam tum, cum ausus es unus Italorum
omne aevum tribus explicare cartis . . .
(4) Doctis, Iuppiter, et laboriosis!
(5) Quare habe tibi quidquid hoc libelli –
qualecumque, quod, o patrona virgo,
plus uno maneat perenne saeclo!
von Catull
zu Cornelius
Wem nur schenk ich das nette neue Büchlein,
Das vom trockenen Bimsstein frisch geglättet?
Dir, Cornelius! denn du glaubtest immer,
Meine Sächelchen seien nicht ganz wertlos;
Damals schon, als allein bei uns du wagtest,
Alle Zeit zu entfalten in drei Wälzern,
Grundgescheiten, bei Gott, und voller Mühsal.
Drum, was dran ist an diesem Büchlein, nimm es,
Welchen Wert es auch hat. O holde Jungfrau,
Gib ihm länger als ein Jahrhundert Geltung!
Übersetzung: E.Gottwein







Barcelona,Spanien
Rat
Nein, Junge, suche du allein
Den Weg und laß mich weitergehen!
Mein Weg ist weit und mühevoll
Und führt durch Dornen, Nacht und Wehen.
Geh lieber mit den andern dort!
Der Weg ist glatt und viel betreten,
Ich will in meiner Einsamkeit
Auch einsam sein und beten.
Und siehst du mich auf Bergen stehen,
Beneid mich nicht um meine Flügel!
Du wähnst mich hoch und himmelnah –
Ich seh, der Berg war nur ein Hügel.
von Hermann Hesse







Barcelona,Spanien
Gestern war ich noch ich,
doch wer bin ich heute ?
Bin ich ein besserer Mensch geworden ?
Bin ich ein effizienterer Mensch geworden ?
Leiste ich mehr als gestern ?
Leiste ich mehr als sie ?
Bin ich nützlich für die Menschheit ?
Bin ich wertvoll für jemanden?
Für wen bin ich wertvoll?
Wie lange werde ich
für diese Person
wertvoll sein ?
Ich fühle mich heute anders .
Ich fühle mich verwandelt.
Aber ist das gut so ?
Kann man meine Verwandlung
eine Verbesserung nennen ?
Was meinst du ?
von Jeannette Paterakis







Barcelona,Spanien
Die große Fracht des Sommers ist verladen,
das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit,
wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit.
Die große Fracht des Sommers ist verladen.
Das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit,
und auf die Lippen der Galionsfiguren
tritt unverhüllt das Lächeln der Lemuren.
Das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit.
Wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit,
kommt aus dem Westen der Befehl zu sinken;
doch offnen Augs wirst du im Licht ertrinken,
wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit.
von Ingeborg Bachmann
© Piper Verlag GmbH, München 1978
Aus: Die gestundete Zeit. 1953.







Barcelona ,Spanien
Wie seltsam hat sich dies gewendet,
Daß aller Wege wirrer Sinn
Vor dieser schmalen Tür geendet
Und ich dabei so selig bin!
Der stummen Sterne reine Nähe
Weht mich mit ihrem Zauber an
Und hat der Erde Lust und Wehe
Von meinen Stunden abgetan.
Der süße Atem meiner Geige
Füllt nun mit Gnade mein Gemach,
Und so ich mich dem Abend neige,
Wird Gottes Stimme in mir wach.
Wie seltsam hat sich dies gewendet,
Daß aller Wege wirrer Sinn
Vor dieser schmalen Tür geendet
Und ich dabei so selig bin,
Und von der Welt nur dies begehre,
Die weißen Wolken anzusehn,
Die lächelnd, über Schmerz und Schwere,
Von Gott hin zu den Menschen gehn.
von Stefan Zweig
(* 1881-11-28, † 1942-02-23)








Barcelona,Spanien
von Hans Magnus Enzensberger
ANGEWOHNHEITEN
Wie oft mußte Plato sich schneuzen,
der heilige Thomas von Aquin
seine Schuhe ausziehen,
Einstein sich die Zähne putzen,
Kafka das Licht ein- und ausschalten,
bevor sie zu dem kamen,
was ihnen aufgetragen war?
Ganze Wochen, aufs ganze gesehen,
bringen wir damit zu,
unsere Hemden auf- und zuzuknöpfen,
unsere Brillen zu suchen
oder das, was wir zu uns nahmen,
wieder auszuscheiden.
Wie flüchtig sind unsere Meinungen
und unsere Werke, verglichen mit dem,
was wir miteinander teilen:
Kochen, Waschen, Treppensteigen –
unscheinbare Wiederholungen,
die friedlich sind, gewöhnlich
und unentbehrlicher als jedes chef d’œuvre.
von Hans Magnus Enzensberger







Barcelona,Spanien
von Hilde Domin
Wir werden eingetaucht
und mit dem Wasser der Sintflut gewaschen
Wir werden durchnäßt
bis auf die Herzhaut
Der Wunsch nach der Landschaft
diesseits der Tränengrenze
taugt nicht
der Wunsch den Blütenfrühling zu halten
der Wunsch verschont zu bleiben
taugt nicht
Es taugt die Bitte,
daß bei Sonnenaufgang die Taube
den Zweig vom Ölbaum bringe
Daß die Frucht so bunt wie die Blume sei
daß noch die Blätter der Rose am Boden
eine leuchtende Krone bilden
Und daß wir aus der Flut
daß wir aus der Löwengrube und dem feurigen Ofen
immer versehrter und immer heiler
stets von neuem
zu uns selbst
entlassen werden
von Hilde Domin







Barcelona,Spanien
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