Chania auf Kreta

“Nemo me impune lacessit.

Niemand ärgert mich ungestraft.

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Niki Pateraki,Jeannette Paterakis

See Agia in Chania auf Kreta

Sic parvis magna.

Großes aus kleinen Ursprüngen.

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der See in Agia bei Chania

Mens et Manus.

Geist und Hand .

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Restaurant -botanischer Park in Chania auf Kreta

Liberae sunt nostrae cogitationes.

Unsere Gedanken sind frei.

– Cicero, pro Milone § 79

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Botanischer Garten und Naturpark in Chania auf Kreta

Ab imo pectore.

Aus tiefer Brust.

– Lukrez, De Rerum Natura III, 57

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Ausflug im botanischen Garten in Chania auf Kreta

Nosce te ipsum.

Erkenne dich selbst.

– Cicero, de finibus 5, 16, 44

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Niki Pateraki , Jeannette Theresia Paterakis

Was es ist

Es ist Unsinn

sagt die Vernunft

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Es ist Unglück

sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz

sagt die Angst

Es ist aussichtslos

sagt die Einsicht

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Es ist lächerlich

sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig

sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich

sagt die Erfahrung

Es ist was es ist

sagt die Liebe

Quelle: Fried, Erich (1990): Als ich mich nach dir verzehrte. Gedichte von der Liebe. Verlag Klaus Wagenbach,Berlin. 

Erich Fried 

(* 6. Mai 1921 in Wien; † 22. November 1988 in Baden-Baden)

Gouverneto ,Chania,Kreta ,Griechenland

An eine Quelle

Du kleine grünumwachsne Quelle,

An der ich Daphne jüngst gesehn!

Dein Wasser war so still! so helle!

Und Daphnes Bild darin, so schön!

Oh, wenn sie sich nochmal am Ufer sehen läßt,

So halte du ihr schönes Bild doch fest;

Ich schleiche heimlich denn mit nassen Augen hin,

Dem Bilde meine Not zu klagen;

Denn, wenn ich bei ihr selber bin,

Denn, ach! denn kann ich ihr nichts sagen.

Matthias Claudius
(15. August 1740 in Reinfeld(Holstein); † 21. Januar 1815 in Hamburg)

Kloster Gouverneto,Chania ,Kreta,Griechenland

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dring ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss, in Breit’ und Länge,
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

Johann Wolfgang von Goethe 

* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar

Die Lorelei

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen ans alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet, Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme, Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame, Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh’.

Ich glaube, die Wellen verschlingen Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.

Christian Johann Heinrich Heine 

(* 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, Herzogtum Berg; † 17. Februar 1856 in Paris)

die archäologische Stätte von Aptera,Chania,Kreta,Griechenland

Der Tanzbär

Ein Tanzbär war der Kett’ entrissen,
Kam wieder in den Wald zurück,
Und tanzte seiner Schar ein Meisterstück
Auf den gewohnten Hinterfüßen.
»Seht«, schrie er, »das ist Kunst; das lernt man in der Welt.
Tut mir es nach, wenn’s euch gefällt,
Und wenn ihr könnt!« »Geh«, brummt ein alter Bär,
»Dergleichen Kunst, sie sei so schwer,
Sie sei so rar sie sei!
Zeigt deinen niedern Geist und deine Sklaverei.«

Ein großer Hofmann sein,
Ein Mann, dem Schmeichelei und List
Statt Witz und Tugend ist;
Der durch Kabalen steigt, des Fürsten Gunst erstiehlt,
Mit Wort und Schwur als Komplimenten spielt,
Ein solcher Mann, ein großer Hofmann sein,
Schließt das Lob oder Tadel ein?

Gotthold Ephraim Lessing 

(* 22. Januar 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz; † 15. Februar 1781 in Braunschweig)

Chania,Kreta,Griechenland

Musik im Mirabell

Ein Brunnen singt. Die Wolken stehn 
Im klaren Blau, die weißen, zarten. 
Bedächtig stille Menschen gehn 
Am Abend durch den alten Garten. 

Der Ahnen Marmor ist ergraut. 
Ein Vogelzug streift in die Weiten. 
Ein Faun mit toten Augen schaut 
Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten. 

Das Laub fällt rot vom alten Baum 
Und kreist herein durchs offne Fenster.
Ein Feuerschein glüht auf im Raum 
Und malet trübe Angstgespenster. 

Ein weißer Fremdling tritt ins Haus. 
Ein Hund stürzt durch verfallene Gänge. 
Die Magd löscht eine Lampe aus, 
Das Ohr hört nachts Sonatenklänge.

Georg Trakl 

(* 3. Februar 1887 in Salzburg; † 3. November 1914 in Krakau, Galizien) 

Chania ,Kreta,Griechenland