Immer mehr wissen.
Mehr fühlen.
Ohne Ende.
Kein bis …
von Jeannette Paterakis







Barcelona,Spanien
Immer mehr wissen.
Mehr fühlen.
Ohne Ende.
Kein bis …
von Jeannette Paterakis







Barcelona,Spanien
Ich kann .
Ich will.
Ich werde.
Das ist mein Leben.
Aber nicht nur.
Das ist unser Leben.
Danke.
von Jeannette Paterakis







Barcelona,Spanien
Was sind Worte, was sind Töne,
all dein Jubeln, all dein Klagen,
all dies meereswogenschöne
unstillbare laute Fragen –
rauscht es nicht im Grunde leise,
Seele, immer nur die Weise:
still, o still, wer kann es sagen!
von Richard Dehmel
(* 18. November 1863 in Hermsdorf bei Wendisch Buchholz, heute zur Gemeinde Münchehofe, Provinz Brandenburg; † 8. Februar 1920 in Blankenese)








Barcelona,Spanien
Sei dankbar für das, was du hast, warte auf das Übrige und sei froh, dass du noch nicht alles hast, es ist auch ein Vergnügen, noch auf etwas zu hoffen.
Seneca
(* etwa im Jahre 1 in Corduba; † 65 n. Chr. in der Nähe Roms)






Barcelona,Spanien
Noch immer hat kein liebes Band
Mich angeschmiegt an stillen Sinn,
Noch wird mir Heimat jedes Land,
Dem ich gerad zu Gaste bin.
Den hellen Straßen geh ich nach
Wie Staub, der nach den Rädern rennt,
Gern rastend unter einem Dach,
Wo nicht ein Herz das meine kennt.
Landfahrer ward ich mit dem Wind
Und des Gedenkens ganz entwöhnt,
Daß mir daheim noch Freunde sind,
Die ich mir einst als Glück ersehnt,
Ein Träumer in die runde Welt,
Der wegwärtswandernd schon vergißt,
Wohin der eigne Sinn ihn schnellt
Und wo sein Herz zu Hause ist.
Ein Wandrer, der zwei Fremden
Und keine Heimat hat.
von Stefan Zweig
(* 28. November 1881 in Wien, Österreich-Ungarn; † 23. Februar1942 in Petrópolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien)






Barcelona,Spanien
Unten liegt die Stadt,
du brauchst nicht wiederkommen,
denn ihr Leichnam ist von Blüten übersät.
Morgen spricht der Fluß.
Die Berge sind verschwommen,
doch der Frühling kommt zu spät.
Unten liegt die Stadt.
Du merkst dir nicht die Namen.
Aus den Wäldern fließt der schwarze Wein.
Und die Nacht verstummt.
Die kranken Vögel kamen.
Und du kehrst nur mehr in Trauer ein.
von Thomas Bernhard
(* 9. Februar 1931 in Heerlen, Niederlande; † 12. Februar 1989 in Gmunden, Oberösterreich)








Barcelona, Spanien
Ich suche Trost im Wort,
das niemals noch mich trog,
das von den Dingen mir
getreu den Umriß zog,
wie durch ein Blatt ein Kind
die Fibel für sich paust,
die Bilder und den Sinn,
der zwischen ihnen haust.
Auf heller Straße täuscht
Gebärde und Gesicht,
ich trau des Nachbars Gruß,
dem Wort des Freundes nicht;
ich traue selbst nicht dem,
was ich soeben sprach,
nur, was ich schreibe,
zieht, was feststeht, richtig nach.
Nur an Geringes will
vorerst ich wagen mich,
an Dinge, die im Schlaf
ich traf auf einen Strich,
vielleicht im Fenster dort
an Flügelpaar und Zweig,
ans Pflaster, das gekörnt
sich wölbt von Steig zu Steig.
Wie der Holunder sich
zur Zeit der Blüte spreizt,
das ist so schmerzlich klar,
daß es zu Tränen reizt;
das üb ich, das bewährt
dem Ohr sich auch im Klang:
zu sagen ist so viel,
nun ist mir nicht mehr bang.
von Theodor Kramer
(* 1. Jänner 1897 in Niederhollabrunn, Österreich-Ungarn; † 3. April 1958 in Wien)







Barcelona,Spanien
Meine liebe Mutter du,
ich will dir Blumen schenken.
Was ich dir sagen will dazu,
das kannst du dir schon denken.
Ich wünsch dir Glück und Fröhlichkeit,
die Sonne soll dir lachen!
So gut ich kann und allezeit
will ich dir Freude machen.
Denn Muttertage, das ist wahr,
die sind an allen Tagen.
Ich habe dich lieb das ganze Jahr,
das wollte ich dir sagen.
von Ursula Wölfel
(* 16. September 1922 in Hamborn, heute Stadtteil von Duisburg; † 23. Juli 2014 in Heidelberg)







Barcelona,Spanien
Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat’s niemand nicht.
Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
von Christian Morgenstern.
(* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn)








Barcelona,Spanien
von Susanna Ka
Ich brauche Strukturen.
Bei fließenden Übergängen bringe ich alles durcheinander.
Dann verliere ich die Orientierung,
meine Sicherheit.
Dann treibe ich ab in geistige Gefilde,
die mich zerstören können.
Ich brauche Strukturen.
Ein Lebensgitter,
an dem ich mich festhalten kann,
wenn die Energien um mich herum ins Fließen geraten,
wenn es zischt und brodelt,
saust und braust…
wenn die Grundfesten meines Luftschlosses
einfach weggespült werden
und meine kleine Welt in die Tiefe stürzt.
Wenn meine Gefühle einen Regentanz aufführen,
brauche ich einen Staudamm.
von Susanna Ka









Barcelona,Spanien
von Kurt Tucholsky
Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
Mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider –
Was war das? vielleicht dein Lebensglück …
vorbei, verweht, nie wieder.
Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
nur für Sekunden …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
Was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück …
vorbei, verweht, nie wieder.
Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
Und zieht vorüber …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.
von Kurt Tucholsky
(* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg)









Barcelona,Spanien
Wenn die Sonne weggegangen
Wenn die Sonne weggegangen,
Kömmt die Dunkelheit heran,
Abendrot hat goldne Wangen,
Und die Nacht hat Trauer an.
Seit die Liebe weggegangen,
Bin ich nun ein Mohrenkind,
Und die roten, frohen Wangen,
Dunkel und verschlossen sind.
Dunkelheit muß tief verschweigen,
Alles Wehe, alle Lust,
Aber Mond und Sterne zeigen,
Was ihr wohnet in der Brust.
Wenn die Lippen dir verschweigen
Meines Herzens stille Glut
Müssen Blicke und Tränen zeigen,
Wie die Liebe immer ruht.
Clemens Brentano
(* 9. September 1778 in Ehrenbreitstein (heute Koblenz), Kurtrier; † 28. Juli 1842 in Aschaffenburg, Königreich Bayern)












Barcelona,Spanien
You must be logged in to post a comment.