Audaces fortuna adiuvat Den Tapferen hilft das Glück
Die Geschichte Veronas reicht von der Besiedlung durch die Römer, die die berühmte Arena errichteten, bis zur Herrschaft der Skaliger im Mittelalter, die der Stadt eine Blütezeit brachten. Später wurde Verona fast 400 Jahre lang Teil der Republik Venedig, fiel 1797 an Österreich und trat 1866 dem Königreich Italien bei. Die historische Altstadt wurde 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und ist für ihre römischen und mittelalterlichen Denkmäler bekannt.
Grado (aus dem Lateinischen ad gradus, „an der Stufe“, also einem Kanal, der nach Aquileia führte) ist eine italienische Stadt mit 7544 Einwohnern . Sie liegt in der Region Friaul-Julisch Venetien an der Nordküste der Adria auf einer Küstendüne am östlichen Ende des Golfs von Venedig. Die Insel von Grado, die Sonneninsel oder Goldinsel genannt wird, liegt am Rande der Lagune von Grado. In Grado wird eine Variante des Venetischen gesprochen, der sogenannte Gradeser Dialekt.
Grado wurde vermutlich im 2. Jahrhundert v. Chr. als Seehafen der Stadt Aquileia gegründet und trug den Namen Ad Aquas Gradatas bzw. einfach Gradus.Der Militärhafen unterstand der römischen Flottenbasis Classis in Ravenna. Schon nach dem germanischen Einfall nach Norditalien während der Markomannenkriege (170 n. Chr.) wurde ein römisches Militärlager (castrum) angelegt. Zwischen Aquileia und Ravenna bestand ein ganzjähriger Handel, der über die Lagunenkette von Grado, Marano Lagunare, Caorle, Venedig und Comacchio abgewickelt wurde.
Ab dem 4. Jahrhundert wurden die ersten christlichen Kirchen in Grado errichtet: Sant’Eufemia, Santa Maria delle Grazie und die Kirche an der Piazza Biagio Marin. Die Kathedrale Sant’Eufemia wurde 456 unter der Herrschaft des Patriarchen Nicetas von Aquileia erbaut. Nach dem Angriff der Hunnen unter Führung Attilas 452 wurde Grado vorübergehend Sitz des Erzbischofs. Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts liegen keine Nachweise von Siedlungen in der Lagune mehr vor, doch ließ sich zeigen, dass Aquileia fortbestand.
Nach dem Zerfall des Römischen Reiches gehörte Grado zum byzantinischen Venedig. Nach 568 erwählte der Erzbischof und spätere Patriarch Grado zum endgültigen Sitz, wobei dieser im 12. Jahrhundert nach San Silvestro in Venedig transferiert wurde. Zwischen 575 und 1131 residierten in Grado eigene Patriarchen, bis das Patriarchat von Venedig gegründet wurde. Über einige Jahrhunderte hindurch wurde Grado von Piraten und Nachbarn überfallen und geplündert, doch blieben die frühchristlichen Kirchen Sant’Eufemia, Santa Maria delle Grazie und das Baptisterium San Giovanni Battista als wertvollster Schatz erhalten.
Dem in Grado residierenden Comes oblag die Aufgabe, die sogenannte Stapelpflicht im Golf von Venedig (etwa die Linie Ancona–Pula) durchzusetzen, also die Bestimmung, dass jeder Händler zuerst seine Waren in Venedig auf dem dortigen Marktplatz zum Verkauf anzubieten hatte, sobald er die Grenzen des Stapelbereichs überschritt. Dafür standen dem Comes von Grado rund um den Golf kleine Schiffsverbände zur Verfügung. Die Herrschaft der Republik Venedig über Grado dauerte bis 1797.
Mit dem Frieden von Campo Formio 1797 und erneut ab 1815 gehörte Grado zum habsburgischen Kaisertum und ab 1815 auch zum Deutschen Bund. 1854 wurden für Badegäste die ersten „camerini“, also Umkleide- und Badekabinen aufgestellt. 1873 wurde ein Erholungsheim, das sogenannte Seehospiz errichtet, das auch kranken Kindern der ärmeren Bevölkerung zur Verfügung stand.1885 wurde der Wellenbrecher Diga zum Schutz der Anlagen fertiggestellt. 1892 kam es unter Kaiser Franz Joseph I. per Erlass zur Gründung der „Kur- und Badeanstalt Grado“, und der Fischerort wurde zum k. u. k. Seebad Grado ausgebaut.
1896 entstand mit dem Fonzari das erste größere Hotel der Stadt. Bedingungen für den Ausbau des Seebades waren die Errichtung eines artesischen Brunnens für die Trinkwasserversorgung im Jahr 1900 und die Trockenlegung das etwa 6,5 Hektar großen, östlich der Altstadt gelegenen Gebiets Corbatto in den Jahren 1900/01. 1903 übersiedelte das Wiener Künstler-Ehepaar Emma und Josef Maria Auchentaller nach Grado, wo es auf dem Areal der 1902 abgerissenen napoleonischen Wehranlage seine Pension Fortino baute und das Wiener Bürgertum anlockte. 1910 errichtete die kaiserlich-königliche privilegierte Friauler Eisenbahn-Gesellschaft (FEG) mit der Strecke Cervignano–Aquileia–Pontile per Grado den Anschluss an die Bahnlinie nach Wien. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges war die Zeit der österreichischen Riviera vorbei.
Die Gemeinde war bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Teil der Grafschaft Görz und Gradisca, wobei sie dem Gerichtsbezirk Cervignano unterstellt war, der wiederum Teil des Bezirks Monfalcone war. Im Mai 1915 wurde Grado nach strategischem Rückzug der k. u. k.-Truppen hinter den Isonzo von Italien besetzt. Nach kurzer Rückeroberung im Jahre 1917 wurde es in den Friedensverhandlungen von St. Germain (1919) endgültig Italien zugesprochen. Seither gehörte es zur Provinz Gorizia, die 2017 aufgelöst wurde. In den 1920er Jahren setzte bereits wieder reger touristischer Zustrom aus Mitteleuropa ein, der durch den Zweiten Weltkrieg abermals ein jähes Ende fand.
Mit dem Bau der 5 km langen Dammstraße nach Norden im Jahr 1936 wurde das straßenverkehrstechnische Inseldasein beendet. Die dadurch unrentable Eisenbahnstrecke nach Cervignano wurde 1937 stillgelegt. 1966 wurde die zweite Brücke Richtung Osten errichtet. Heute leben die Einwohner vorwiegend von der Seefischerei und vom Tourismus, der seit den 1960er Jahren wieder floriert.
Franz Kafka (gelegentlich tschechisch František Kafka, hebräischer Name אנשיל Anschel;* 3. Juli 1883 in Prag, Österreich-Ungarn; † 3. Juni 1924 in Kierling, Österreich)
Am Grunde der Moldau wandern die Steine Es liegen drei Kaiser begraben in Prag. Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.
Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt. Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.
Am Grunde der Moldau wandern die Steine Es liegen drei Kaiser begraben in Prag. Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.
von Bertolt Brecht (* 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Ost-Berlin),
C
Prag,Tschechische Republik
Das Lied von der Moldau, ursprünglich Es wechseln die Zeiten, ist der postume Titel eines Gedichts von Bertolt Brecht. Es entstand im August/September 1943 im Exil in den USA und stellt das Fragment eines Moldaulieds dar, das Brecht für sein Stück Schweyk im Zweiten Weltkrieg vorgesehen hatte, und in das es postum aufgenommen wurde.[1] In der Vertonung von Hanns Eisler gewann das Lied auch außerhalb seines Kontextes im Theaterstück Verbreitung.
Der ursprünglich acht Verse umfassende Text (beginnend mit dem Vers „Es wechseln die Zeiten“) stellt die letzte Strophe des Entwurfs eines auf acht Strophen konzipierten, aber unvollendeten Liedes dar, das von einer Prager Sage handeln sollte, nach der das Flussbett der Moldau mit den Tränen des Volkes gefüllt sei. Da Brecht keine befriedigende Lösung für das Lied fand, blieben die Entwürfe unvollendet.
1956 vertonte Hanns Eisler den Text, den er in die heute geläufige dreistrophige Form brachte, indem er den Text in zwei vierversige Strophen unterteilte und die ursprünglichen Verse 5 bis 8 als erste Strophe nochmals voranstellte. In dieser Form wurde der Text auch von den Herausgebern des Schweyk-Stücks nach Brechts Tod in die sechste Szene an Stelle des vorgesehenen Moldaulieds sowie im Finale eingefügt. Eislers Melodie lehnt sich rhythmisch verändert an das Thema der Sinfonischen Dichtung Die Moldau von Bedřich Smetana an.
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